Kunlun Neigong

Video-Clip 7: Christian Opitz erklärt, was sich hinter dem geheimnisvollen Namen „Kunlun Neigong“ verbirgt.

Ursprüngliches Spirituelles Wissen der Menschheit

Seit einigen Jahren wird auch in Deutschland eine Methode zur spirituellen Erweckung und Transformation unter dem taoistischen Namen „Kunlun Neigong“ in Seminaren angeboten. Dahinter verbirgt sich jedoch ein uraltes spirituelles Wissen, dass es bereits vor dem Taoismus und anderen bekannten spirituellen Traditionen gab. Der Überlieferung zufolge gab es einmal ein umfassendes Wissen darüber, wie in der dichten Materie des physischen Körpers die eigene Göttlichkeit erweckt und verwirklicht werden kann. Zu dieser Zeit gab es keine religiösen Mythologien von einem „Fall“ aus dem Paradies oder Sichtweisen, denen zufolge die irdische Welt Maya oder Illusion sei. Im physischen Körper inkarniert zu sein, galt als das Paradies, das Nirvana, die vollkommene Befreiung. Die Methoden zur spirituellen Erweckung wurden in dem tiefen Vertrauen weitergegeben, dass jeder Mensch damit seine Göttlichkeit verwirklichen kann. So gab es auch keine Anbindung an Meister oder Lehrer, keine Verhaltensregeln, auch kein spirituelles Weltbild über Erleuchtung oder irgendein Ziel, dass es zu erreichen gäbe. Die Menschen, die diese Methoden erlernten, machten sich einfach damit vertraut, ihren eigenen Weg zu gehen; sie wussten, dass all ihre Erfahrungen auf dem Weg richtig sein würden. Dieser Umgang mit Spiritualität war vollkommen frei von patriarchalen Strukturen und der Überlieferung gemäß waren über 90 Prozent der Menschen, die im Kunlun Neigong Meisterschaft erlangten, Frauen.

Die Geburt des Göttlichen Heimwehs

Irgendwann wurden patriarchale Einflüsse in den menschlichen Gesellschaften stärker und mit ihnen veränderte sich die innere Haltung der Menschen und der religiösen Lehren zum Dasein auf der Erde. Einer der Pioniere der pränatalen Psychologie, Dr. William Emerson, prägte des Begriff vom „Göttlichen Heimweh“, einer Erfahrung, die die Seele bereits im Prozess der Zeugung machen kann und die sehr stark suggeriert, dass Leben im physischen Körper ein Fall aus dem Himmel darstellt, einen Abstieg ins Vergessen der eigenen Göttlichkeit. Auch wenn heutzutage, besonders im Westen, die integrale Spiritualität besonders betont wird, muss doch festgestellt werden, dass traditionelle spirituelle Lehren, bei all ihrer Weisheit, auch ein tiefes Misstrauen gegen die menschliche Existenz und eine negativ besetzte Sicht des Irdischen und Weiblichen hatten. Heutzutage ist Advaita in aller Munde, doch die prägende Gestalt dieser Lehre, Adi Shankara, sagt deutlich, dass nur zolibatäre Männer eine Chance auf Befreiung haben. Buddhistische Mönche der Theravada-Tradition visualisieren sich bis heute täglich, dass Frauen aus Eiter und Schleim bestehen, um Abneigungen gegen sexuelle Anziehung zu kultivieren. Hierarchische Strukturen durchziehen viele spirituelle Traditionen ebenso, wie lange Listen an Geboten und Verboten, die auf dem Misstrauen beruhen, dass Menschen nicht aus sich selbst heraus zu ethischem oder harmonischem Verhalten fähig sind. Wie Christopher Hitchens, Bertrand Russell und viele andere Religionskritiker überzeugend darlegen, sind solche autoritären Versuche, Menschen in die ethisch erwünschte Richtung zu lenken, viel eher dazu geeignet, dass sich keine natürliche Ethik entfaltet und religiöse Strukturen eine Eigendynamik entwickeln, für deren Erhalt Menschen zu fragwürdigem und grausamen Verhalten bereit sind. Auch die moderne tiefenpsychologische Forschung gibt uns viele Hinweise darauf, dass die innere Haltung, das irdisch-körperliche Leben sei für den freien Flug der Seele hinderlich, nichts mit authentischer Spiritualität, sondern vielmehr mit frühen Traumata und Schocks der Seele auf ihrer Reise in diese Verkörperung zu tun hat.

Nun gibt ja es ja gerade in der westlichen Welt ein starkes Bedürfnis nach integraler Spiritualität, nach einer Synthese aus menschlichen Belangen und der Verwirklichung des Göttlichen, aus Psychologie und Meditation. In diesem Zusammenhang ist es erwähnenswert, dass es nun wieder Zugang zu einem alten spirituellen Wissen gibt, das die Spaltung von Menschlichkeit und Göttlichkeit nie in sich getragen hat und von Anfang an einen integralen Charakter besaß.

Der Maoshan Klan und Kunlun Neigong

Im Taoismus existiert eine Linie von Überlieferung, die diese ursprünglichen spirituellen Methoden erhalten hat, der Maoshan Klan. Er soll bereits seit über 2700 Generationen existieren. Ganz bewusst haben Vertreter dieses Klans in China Gerüchte gestreut, um sich den Ruf dunkler Gestalten und Schwarzmagier einzuhandeln – um von allzu neugierigen Menschen in Ruhe gelassen zu werden.  Interessanterweise bedeutet das Wort „Schamane“ im ursprünglichen Sinne „Bewahrer von Geheimnissen, Verbreiter von Lügen“.  Es war den Hütern des alten Wissens einfach bewusst, dass die Zeit nicht reif war für eine Rückkehr der Menschen zu den Wurzeln aller spirituellen Traditionen. Vor etwas über 40 Jahren lernte dann einer der Meister der Maoshan, der in die USA immigriert war, einen siebenjährigen Jungen mit großen gesundheitlichen Problemen kennen. Max Christensen war der Sohn eines Soldaten, der in der US-Armee mit Agent Orange in Berührung gekommen war und dessen Kinder deshalb diverse genetische Anomalien aufwiesen.  Der Maoshan-Meister unterwies Max zunächst in Praktiken, die seine Gesundheit wiederherstellten und erkannte früh das außergewöhnliche Potenzial dieses Jungen. Über viele Jahre hinweg wurde Max Christensen von zahlreichen Lehrern und Lehrerinnen in die kraftvollsten Methoden der Maoshan, des Wudang-Klans, der Kahuna, der Navajo-Schamanen, des Tibetischen Buddhismus und der Ägyptischen Mysterienschulen eingeführt.  Er fand die gleichen Methoden, die aus dem ursprünglichen Wissen der Menschheit vor diesen Traditionen stammten, in diesen verschiedenen Linien wieder.  Max hatte auch eine klare Abneigung gegen die übliche Praxis, sodass diese grundlegenden Methoden nur sehr wenigen Menschen vermittelt wurden. Er lebte eine kurze Zeit in Tibet, wo er als hochrangiger Tulku und Lama Nagpa Dorje anerkannt wurde. Doch als er die kraftvollen Wurzelpraktiken, die es auch in dieser Tradition gibt, einfachen Mönchen unterrichtete, wurde er zurechtgewiesen. Er sah, dass die politische Struktur dieses Systems von demütigen Mönchen abhing, denen man sagte, sie brauchen ohnehin noch sieben Leben bis zu ihrer Erleuchtung. In Absprache mit seinen Lehrern aus der Maoshan-Tradition begann Max dann, Menschen in der westlichen Welt in diesen Methoden zu unterweisen. Offenbar war die Zeit jetzt reif dafür. Max nannte das System der wichtigsten dieser Wurzelpraktiken „Kunlun Neigong“. Kunlun ist der Name einer Bergkette in China, in der viele taoistische Einsiedler lebten, die diese Praktiken bewahrten. Neigong bezieht sich auf eine bestimmte Form kosmischer Energie, die durch diese Praktiken vollständig in den Körper gebracht werden können. Max Christensen hat sich inzwischen weitestgehend vom Lehren zurückgezogen und reist nicht mehr, um wie früher weltweit zu unterrichten. Dennoch hat er mit von ihm ausgebildeten Vermittlern des Kunlun Neigong den Zugang zu diesen Praktiken für Menschen auf der ganzen Welt möglich gemacht.

Die Wirkungen von Kunlun Neigong

Kunlun Neigong ist ein Weg der Öffnung der Energiekanäle, womit die kosmische Energie in den physischen Körper eingeladen wird. Hierin unterscheidet sich Kunlun Neigong grundlegend von den aufsteigenden Energiemethoden, wie Kundalini Yoga, die einen Aufstieg der Lebensenergie über den Körper hinaus in das Kronenchakra und in die kosmische Weite anstreben. Der Abstieg kosmischer Energie in den physischen Körper macht die Materie zum direkten Tor der Erfahrung der eigenen Göttlichkeit. Der „elendige Käfig“, wie der bekannte Yog-Meister Paramahansa Yogananda den physischen Körper nannte, ist dann alles andere als ein Käfig. Mit diesem Ansatz wird auch die körperliche Gesundheit erheblich gefördert – als angenehmer Nebeneffekt spirituellen Erwachens.  Kunlun Neigong erweckt die Drüsen und neuronalen Knotenpunkte des Körpers, welche die eigentlichen Chakren sind, von denen aber meistens nur die feinstofflichen Gegenpole im Energiekörper erwähnt werden.  Besonders signifikant ist die Erweckung der kardialen Ganglia im Herzmuskel.  Dies ist der wirkliche Stein der Weisen oder das wunscherfüllende Juwel, das in verschiedenen Traditionen mythisch umschrieben wurde.  Mit der Erweckung dieser körperlichen Zentren kann reines Bewusstsein oder die eigene Göttlichkeit als vollständig in Harmonie mit dieser irdischen Welt, dem Körper und den Gefühlen erfahren werden.  Kunlun Neigong ist integrale Spiritualität von Anfang an und erweitert und erdet Bewusstsein gleichzeitig.  Es ist ein Weg, der von Hingabe und Loslassen geprägt ist und der Natürlichkeit des Lebens wieder mehr Raum im individuellen Menschen gibt.

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